Zizishausen beschert dem TSV eine erneute Niederlage
Der Bericht wurde geschrieben von Thomas Lehenherr
Handball:Württembergliga Süd: TSV Zizishausen – TSV Bad Saulgau 40:31 (20:13)
ZIZISHAUSEN (tl) – Der TSV Bad Saulgau verliert in der Rückrunde der Württembergliga Süd auch das dritte Spiel in Folge und steht nun mit dem Rücken zur Wand. Das Ziel „Klassenerhalt“ wird nur noch schwer zu erreichen sein. Gegen Zizishausen gab’s 40 Gegentore, der TSV erzielte nur 31.
„Der Angriff war nicht das Problem, die Abwehr ist zurzeit unser großes Manko. Ich konnte als Kreisläufer zehn Tore erzielen, doch in der Defensive hatten wir vor allem die beiden Rückraumschützen einfach nicht im Griff. Mark Reinl war wahnsinnig stark“, sagte ein enttäuschter Patrick Engler unmittelbar nach dem Spiel. Der TSV versuchte alles, um die drohende Niederlage doch noch zu verhindern. In der Abwehr wurde immer wieder umgestellt, die beiden besten Zizishausener Rückraum-Angreifer wurden zeitweise sehr eng gedeckt, doch immer wieder fanden diese trotzdem eine Lücke und kamen erfolgreich zum Abschluss. „Als der Gegner mit zehn Toren davonzog, haben wir uns nochmals zusammengerauft und kamen bis auf vier fünf Treffer wieder heran. Doch dann kamen leider wieder die Abwehrprobleme, so dass die Zizishausener wieder zu alter Stärke zurückfanden. Egal, was passiert, wir haben uns vorgenommen, bis zum letzten Spiel vollen Einsatz zu zeigen. Schon morgen wird wieder trainiert“, sagte Patrick Engler.
Trainer Günther Hejny ist wahrlich nicht zu beneiden. Zweifellos hat das Team Fortschritte im konditionellen und auch im spielerischen Bereich gemacht. Die Verletztenliste ist jedoch für den sowieso schon kleinen Kader viel zu lang. Neben den tragenden Säulen Fredrik Söder, Peter Földi und Kapitän Janos Csele ist vor einer Woche auch noch Hoffnungsträger Sven Biselli mit einem Bruch des Mittelhandknochens in die Langzeitverletztenliste aufgenommen worden. Die vielen Ausfälle vermochte das Team bislang nicht auszugleichen. Mit Daniel Kottan wurde ein österreichischer Akteur mit ungarischen Wurzeln neu ins Team aufgenommen, der im Spiel gegen Zizishausen seine bislang beste Leistung zeigte. Frederik Frühbauer, ein Bad Saulgauer „Eigengewächs“, half auf Rechtsaußen aus. Rückraumshooter Daniel Matt und Spielmacher Gabriel Stanciu konnten ebenfalls auf Grund von Verletzungen nicht trainieren und ihr normales Leistungsvermögen nicht aufs Parkett bringen.
„Die linke Achse mit unter anderem Daniel Kottan und Patrick Engler als Kreisläufer funktionierte sehr gut, es fehlt in der Abwehr. Das Zweikampfverhalten ist mangelhaft. Die Qualität des Gegners war hier besser. Es fehlen uns in der Abwehr Kämpfer wie Söder und Földi“, bemängelte Trainer Günther Hejny. „Auch haben wir einige junge Spieler, die unter dem Druck leiden. Mit jedem Spiel, das wir verlieren werden natürlich auch unsere Chancen auf den Klassenerhalt geringer. Aber wir werden weiter trainieren und versuchen, das Leistungsniveau noch zu steigern“, sagte der Trainer.
Am kommenden Samstag wird’s für den TSV nicht leichter. Die Bad Saulgauer empfangen um 18 Uhr den TV Weilstetten.
TSV Bad Saulgau: Bakos, Gebele (beide im Tor), Heck (1), Stanciu (2), Luib (1), Matt (2/davon 1 Siebenmeter), Mett, Herrmann (6), Zimmerer (1), Robotka (4), Engler (10), Kottan (4/1), Frühbauer.
Verfasst von
Hans-Peter Dietz zu
1. Männer | 22.01.2012
anonym
“Hoffnungen sind auch eine Belastung, weil sie mit Erwartungen verbunden sind.”
Das große Ziel der Saulgauer,”in der oberen Tabellenhälfte zu spielen”, war zu Beginn der Saison zunächst realistisch, aber auch eine wirkliche große Herausforderung! Das Problem an diesem optimistischen Ziel war, dass der TSV im Grunde von nur zwei bis drei Spieler abhängig war, diese aber nicht mitspielen konnten oder die notwendige Leistung, welche von ihnen eigentlich konstant erwartet wurde, nicht gebracht haben.
Die Liste mit Verletzungen wurde auch immer länger, woraufhin reagiert wurde, aber diese Reaktionen nichts nützten. Immer nur zu sagen,”der Kader [sei] viel zu klein”, ist schon lange keine Ausrede mehr. Wenn man alle Spieler zählt, kommt man schon auf knappe 20 Mitglieder des Teams. Doch was nützt es, wenn die Leistung nicht vorhanden ist, trotz guter Versorgung der Spieler. Der Kader der MTG Wangen beträgt 14 Spieler wie auch der des HV Rot-Weiß Laupheim.
Wie bei den Spielen zu sehen ist, sitzten teilweise Leute auf der Bank, die in den letzten Spielzeiten wirklich wichtig für den TSV waren und nur begrenzt spielen können. Außerdem müssen viele Spieler teils Positionen spielen, die man von ihnen nicht kennt. Natürlich ist es gut, wenn man auf mehreren Positionen spielen kann, doch das optimale Ergebnis, wie man aus den letzten Resultaten nehmen kann, bringt dies nicht.
Trotz dem extrem schlechten Tapellenplatz und des Spielverhaltens des TSV, welches man wirklich ziemlich oft nicht “ertragen” kann, ist die Kronriedhalle doch gut gefüllt. Dabei zahlt jeder Zuschauer 6 Euro für ein Spiel, dass nach dem Ende einen nur aufregt (man stelle sich vor den Eingang der Kronriedhalle, um Reaktionen zu erfassen!!!). Es gibt wirklich viele Zuschauer, die sich das Woche für Woche antun, aber es gibt auch einige, die nicht mehr zu den Spielen kommen.
Zu einem Nicht-Abstiegsplatz ist der Abstand nun auf schon 6 Punkte beziehungsweise 7 für einen Klassenerhalt gewachsen. Realistisch, nun doch noch eine Siegesserie zu starten, ist es wirklich nicht mehr. Der Abstieg ist sicherlich für viele unvorstellbar, doch man ist schon in der Spirale mittendrin. Natürlich will man es nicht glauben, doch man muss sich auch von den optimistischen Träumen trennen und endlich aufwachen. Aufwachen und das Beste aus der Realität und der aktuellen Vereinssituation zu machen. Es gibt noch Chancen, aber nach den 4-Punktespielen, welche man ALLE verlor (Nürtingen,Ostfildern, Laupheim), sind diese Chancen doch sehr gering.
Die letzte Hoffnung besteht dennoch, mit einem “blauen Auge” davon zu kommen.
Dafür werden aber die Erwartungen an die Spieler immer höher und diese müssen endlich lernen, mit diesen Belastungen umzugehen. Von wirklich jedem Spieler wird eine deutliche Steigerung erwartet, Fehler kann sich der TSV nicht mehr leisten! Man kann nur gewinnen, wenn weniger Fehler gemacht werden als der Gegner. Von den eigenen Fehlern kann man mindestens 50% vermeiden. Wir sind ja doch alle nur Menschen!
Hans-Peter Dietz
Lieber Schreiber dieses Kommentares, bitte gib Deinen Namen an, denn sonst können wir den Kommentar nicht veröffentlichen.
Gruß
Dennis Es ist wirklich traurig zu erleben, wie der einst glorreichen Handballer des TSV Bad Saulgau in der absoluten Bedeutungslosigkeit verschwinden.
Die Tendenz zeigt doch jetzt schon seit 10 Jahren nach unten. Mal mehr, mal weniger stark. So einen Negativrutsch wie derzeit gab es allerdings noch nie.
Die Berichterstattung in der Zeitung sollte man ebenfalls überdenken:
Seit Saisonbeginn wird in jedem (!!!) Artikel von Söder und Földi geschrieben, das Wort “Langzeitverletzte” wird geradezu inflationär verwendet. Immer und immer werden die Wehwehchen einzelner Spieler beschrieben.
Wenn man doch schon lange weiß, dass Spieler lange verletzt sind sollte man eben in der Winterpause nachrüsten. Dies wurde zwar vollmundig angekündigt, aber nicht in die Tat umgesetzt. Wenn man dann in der Rückrunde von einer “dünnen Spielerdecke” spricht ist das quasi eine Schuldeingeständnis der Verantwortlichen.
Zudem wird seit quasi 15 Jahren vor jedem Spiel die Verletztenliste rauf und runter gebetet. Da stellen sich mir spontan 2 Fragen:
Warum sind in Bad Saulgau dem Presseecho zufolge immer deutlich mehr Spieler verletzt als bei den anderen Mannschaften?
Warum wird dann nicht einfach vor der Saison einmal ein Kader zusammengestellt, der auch quantitativ ausreichend besetzt ist?
Das Dauer-Alibi “Verletzungspech” wird weder Vorstand, noch Trainer, noch Spielern angekreidet und schon seit einem Jahrzehnt als gottgeben hingenommen.
Genau genommen ist das eigentlich eine Verarschung am Zuscher.
Besserwisser
Meiner Meinung nach liegt das viel größere Problem in der verpassten Nachwuchsarbeit beim TSV. Seit den glorreichen Regionalligazeiten ging es Saison für Saison stetig bergab und zwei Ligen nach unten.
Die Jugendmannschaften spielen schon seit Jahren nicht mehr hochklassig (Oberliga). Und dies liegt ganz klar an der Förderung der Jugend. Es gibt schon lang keine ausgebildeten Handballtrainer mehr für B und A Jugend. Und genau in diesen vier Jahren ist die größte Entwicklung und Förderung nötig um später bei den Aktiven hochklassigen Handball zu spielen.Abgesehen davon gab es in der Vergangenheit genügend Talente und Eigengewächse die vergrault wurden, da Ihnen immer neue “Einkäufe” vor die Nase gesetzt wurden.Ich glaube das letzte Mal war eine A-Jugend um die Jahrtausend Wende in der Oberliga.Diese Spieler dürften sich mittlerweile in den mittleren Zwanzigern befinden und könnten große Stützen für dieses Team sein. Andere Vereine nehmen dies durchaus ernst und haben ein System in ihrer Jugendförderung. Dies spart Kosten und bringt gleichzeitig ein “Wir”-Gefühl zwischen Zuschauer und Spieler. Wäre in Bad Saulgau nicht so viel finanzielle Unterstützung durch die Industrie da, wären viele Spielerverpflichtungen nicht möglich und man fände sich wahrscheinlich noch zwei Ligen tiefer.
Hans-Peter Dietz
@Besserwisser und an den anonymen Schreiber:
Warum habt ihr denn nicht den Mut und nennt Eure Namen? Unter einem Pseudonym zu schreiben ist auch nicht gerade die beste Art und Weise, seinen Frust gegenüber dem Verein los zu werden. Selber mithelfen und nicht andere an den Pranger stellen. Kommt doch einfach mal zur Versammlung und lasst Euch in ein Amt wählen. Vieleicht könnt Ihr es ja besser machen.
Dennis @HP:
Die Kritikpunkte waren von allen drei Schreibern – ob anonym formuliert oder nicht – waren sehr sachlich und vielschichtig, sprechen total unterschiedliche Bereiche an.
Ich denke, es ist allen bewusst, wie viel Herzblut und ehrenamtliches Engagement sehr viele Leute wie Du in diesen Verein stecken.
Jetzt aber zwischen den Zeilen zu behaupten, dass man doch selbst so ein Amt übernehmen und es besser machen soll ist wohl kaum eine angebrachte Reaktion.
Das würde ja im Umkehrschluss heißen, dass alle alles gut finden müssen, nur weil sie es selbst nicht machen wollen (oder können).
Und ob jetzt ein Name dabeisteht oder nicht – der sachliche Inhalt bleibt der gleiche.
Wenn sonst immer von einem “fantastischen Publikum” und “Hexenkessel” geschrieben wird sollte man diesen Leuten durchaus auch mal das Recht einräumen, Kritik anzubringen.
Wenn nicht bei dieser Tabellensituation, wann dann?
Hans-Peter Dietz
Hallo Dennis,
ich glaube, Du hast mich missverstanden. Ich kann die Kritik von Euch durchaus verstehen und auch nachvollziehen. Trotzdem wäre es schön, wenn man nicht anonym schreibt. Aus eigenenr Erfahrung weiß ich, dass man beim Schreiben einfach mehr Courage zeigt als wenn man sich in die Augen schaut oder man sich zu erkennen gibt. Dass wir in Bad Saulgau nicht ohne fremde Spieler auskommen, war und ist einfach ein gewisses Problem des Studiums des Einen oder anderen. Denk doch mal zurück, welche Spieler aus der A-Jugend, die den Sprung in die Erste geschafft haben, heute nicht mehr da sind, weil Sie ganz wo anders beim Studieren sind. Frddy Frühbauer, welcher jetzt wieder zurück ist, ist doch unser bestes Beispiel. So wird es halt beim TSV immer sein. Trotzdem hat uns die derzeitige Mannschaft doch im letzten jahr so viel Freude beschert und jetzt klappt es halt leider nicht mehr. Das wichtigste ist für mich, dass die Verantwortlichen nun schnellstens mit den einzelnen Spielern Gespräche über die neue Saison führen sollten, denn sonst könnte es sein, dass wir plötzlich keine Spiele mehr haben, welche bei einem Abstieg (so sieht es derzeit leider aus)für den sofortigen Wiederaufstieg sorgen können. Dies sollte zumindest das Ziel sein. Aber noch ist Polen nicht verloren (3 Euro ins Phrasenschwein) und ich glaube auch, dass alle bis zu letzt kämpfen werden. Allen voran Günther Hejny. Ich habe übrigens kein Amt mehr, bin aber trotzdem bei jedem Spiel, auch auswärts, dabei, weil es mir trotzden Spass macht. Ich bin und bleibe ein Fan des TSV, nicht nur in guten, auch in schlechten Zeiten. Das hoffe ich von Euch auch.
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