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Interview mit Trainer Günther Hejny

TSV-Handballer bereiten sich auf die neue Landesligasaison vor

BAD SAULGAU (tl) – Am 11. Juni hat für die Handballer des TSV Bad Saulgau das Training für die Saison 2012/2013 begonnen. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall fast aller Leistungsträger in der vergangenen Saison stürzten die Bad Saulgauer als Tabellenletzter aus der Württembergliga in die Landesliga ab. SZ-Mitarbeiter Thomas Lehenherr hat sich mit dem alten und neuen Trainer Günther Hejny unterhalten.

SZ: Nach den großen personellen Problemen in der vergangenen Saison – sieben Stammspeiler fielen praktisch die ganze Zeit aus – wohl die wichtigste Frage für Sie: Ist der Kader für die kommende Saison qualitativ und quantitativ ausreichend?

Hejny: Es sieht ganz gut aus, wenn gleich natürlich niemand Verletzungen vorhersehen kann. Mit Sven Biselli, Daniel Kottan, Oliver Robotka, Heiko Herrmann und Christian Zimmerer haben zwar fünf Spieler den Verein verlassen, doch wir haben fünf Nachrücker aus der eigenen A-Jugend und einige langzeitverletzte Akteure kehren zurück. Die ehemaligen A-Jugendlichen Björn Michelberger, Timo Menz, Simon Multer, Patrick Fritz und Michael Reck machen die gesamte Vorbereitung mit. Peter Földi ist nach seinem Kreuzbandriss wieder fit und auch Frederik Söder kommt nach gleicher Verletzung langsam wieder in die Gänge. Janos Csele wird demnächst nach seiner Fußoperation auch wieder ins Training einsteigen und erfreulicherweise macht Alexander Osswald wieder mit. Außerdem stehen zwei Neuverpflichtungen fest. Mit Tobias Baumgart stößt ein Linksaußenspieler vom Bezirksligisten Biberach zum Kader und mit Pascal Reinauer kommt ein 19jähriges Torhütertalent aus Albstadt zum TSV.

SZ: Warum verlässt der Bad Saulgauer Abwehrchef Christian Zimmerer den Verein?

Hejny: Er zieht berufsbedingt in die Schweiz und kann dort beim Erstligaverein Pfader Neuhausen spielen. Gegen seinen neuen Verein werden wir demnächst ein Vorbereitungsspiel bestreiten.

SZ: Wie kommen Sie zu den beiden auswärtigen Neuverpflichtungen?

Hejny: Nach unserer neuen Vereinsphilosophie werden hauptsächlich Eigengewächse gefördert und in den Kader eingebaut. Das praktizieren wir ja gerade mit unseren fünf A-Jugendspielern und den Rückkehrern. Zurzeit kann leider noch niemand sicher sagen, ob alle bleiben können, oder ob einige der jungen Spieler berufsbedingt den Verein verlassen müssen. Auch bei Julian Mett ist nicht sicher, ob er bleiben kann, da er eine Ausbildung bei der Polizei anstrebt. Deshalb sind wenige Neuverpflichtungen notwendig. Tobias Baumgart aus Biberach kennen wir schon länger und unsere Torhüterposition war nur einfach besetzt. Das ist viel zu risikoreich. Pascal Reinauer ist sehr begabt, hat in der Albstädter Jugend gespielt, ein Jahr ausgesetzt und jetzt wieder angefangen. Er hat sich bei uns gemeldet. Da ich in Balingen wohne, kann er mit mir zum Training und zu den Spielen fahren.

SZ: Herr Hejny, wie sieht ihr Trainingsprogramm zurzeit und in den nächsten Wochen aus?

Günther Hejny: Die ersten beiden Wochen haben wir schwerpunktmäßig Ausdauer und Kraft trainiert. Jetzt läuft dies aber nebenher und wir legen den Schwerpunkt auf das Handballerische. Drei Mal in der Woche wird zusammen trainiert und einmal ist Krafttraining angesagt. In der letzten Woche haben wir bereits unser erstes Trainingsspiel gegen Albstadt absolviert. Ich habe allen Spielanteile gegeben, vor allem auch die A-Jugendspieler eingesetzt. Die haben ihre Sache ganz gut gemacht, obwohl wir noch nie zusammen gespielt haben. Wir haben 26:20 gewonnen und einiges dazu gelernt. Wir konnten sogar fünf Minuten vor Schluss nochmals richtig Gas geben. Es stehen uns jetzt viele Spiele und einige Turniere bevor.

SZ: Sind Sie mit dem Trainingseifer zufrieden?

Hejny: Ja, sehr. Die Akteure, die jetzt bei uns sind, möchten alle eingesetzt werden. Sie sind alle eifrig beim Training. Vor allem die jungen Spieler haben durch selbstständiges Krafttraining auch körperlich zugelegt.

SZ: Wo gibt’s noch Defizite? Sind die Positionen alle besetzt? Gibt’s weitere Neuzugänge?

Hejny: Wir haben jede Position mindestens doppelt besetzt. Vielleicht gibt’s im Rückraum noch ein Defizit. Mit Daniel Matt, Sebastian Luib und Björn Michelberger haben wir nur drei Distanzschützen. Helfen können da Janos Csele, vorausgesetzt seine Verletzung heilt schnell, und Gabriel Stanciu, der nach seinen schweren Knieoperationen spätestens in der Rückrunde  wieder mitspielen möchte. Vielleicht kommt ja noch ein neuer Spieler dazu.

SZ: Speziell die Mitteposition war in der Vergangenheit personell oft ein Problem, Führungsspieler gab’s kaum. Wie sieht’s diesmal aus?

Hejny: Das sehe ich diesmal nicht als Problem. Wir haben mit Frederik Söder, Patrick Engler und Alexander Osswald gute Mittespieler.

SZ: Wie ist die Zusammenarbeit mit der Vereinsführung?

Hejny: Da muss ich sagen, dass ich vorbildlich unterstützt werde. Mit Ralf Gebele und Krischan Hillenbrand kommuniziere ich zum Beispiel ständig und sehr lange. Die Vereinsspitze investiert sehr viel Zeit für mich und meine Mannschaft, das beflügelt zusätzlich.

SZ: Haben Sie für sich schon ein Saisonziel formuliert?

Hejny: Nein. Ich muss zunächst einmal mit meiner Mannschaft viele Spiele absolvieren, dass ich eine Standortbestimmung vornehmen kann. Mit Bad Saulgau, SG Lautern und Laupheim sind drei Württembergliga-Absteiger in unserer Klasse, das Gerangel wird groß werden. Bei nur 12 Teams in der Liga darf sich kaum jemand einen Ausrutscher erlauben, wenn er Größeres vorhat. Ich werde mich an keinen Spekulationen beteiligen. Meine Aufgabe besteht darin, das Team für die Liga fit zu machen. Außerdem möchten wir unseren Zuschauern vom ersten bis zum letzten Spiel tollen Handball zeigen und ihnen die Treue zurückzahlen.


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