geschrieben von Thomas Lehenherr
Handball: Württembergliga Süd. TSV Bad Saulgau – SC Vöhringen 25:27 (13:14)
BAD SAULGAU (tl) – Nach der knappen Niederlage am vergangenen Samstag gegen den SC Vöhringen gibt es kaum noch Hoffnungen auf den Klassenerhalt. Trotz einer kämpferisch vorbildlichen Vorstellung schaffte die junge Mannschaft von Trainer Günther Hejny nicht den so dringend benötigten Befreiungsschlag. Die gut 400 Zuschauer sahen einen TSV, der fast auf Augenhöhe mit den schnell kombinierenden Vöhringern war, doch am Ende versagten wiederum die Nerven, es gewann das cleverere Team.
Nach dem 1:0 und 2:1 durch Daniel Matt war der SC in der Folge meist ein bis zwei Treffer in Front, doch immer wieder konnte der TSV ausgleichen. Michael Schramm und Linksaußen Benjamin Prinz waren an diesem Abend die besten Vöhringer Spieler und wussten immer eine Antwort. Beim Stand von 13:14 für den SC wurden die Seiten gewechselt. Zwischen der 40. und 45. Minute waren die Platzherren leicht im Vorteil, legten immer wieder einen Treffer vor. Hinzu kam ein hervorragend aufgelegter TSV-Torhüter David Bakos, der einige klare Gelegenheiten der Gäste mit glänzenden Paraden zunichte machte. Auch Neuzugang Daniel Kottan kam besser ins Spiel, setzte sich in der 53. Minute mit zwei schönen Treffern in Szene. Es stand 22:22. dann kam wie fast schon üblich, unnötige Hektik ins Spiel. Trotz 6:4-Überzahlspiels scheiterte der TSV an seinen Nerven, verwarf sogar einen Siebenmeter und kassierte drei Treffer in Folge. Das reichte den variantenreicheren und cleveren Gästen für den Sieg. Heiko Herrmann und Frederik Frühbauer konnten in der 59. Minute zwar nochmals auf 25:26 verkürzen, doch der letzte Treffer blieb den Vöringern zum letztendlich verdienten 27:25-Sieg vorbehalten. „Württembergliga ade“, war der häufigste Kommentar der Fans, die dennoch den kämpferischen Einsatz des TSV lobten und deshalb in der Mehrzahl doch nicht ganz unzufrieden nach Hause gingen. „Leider hat es trotz des großen Kampfgeistes meiner jungen Mannschaft wieder nicht ganz gereicht. Das Team hat genau gleich wie bei den Spielen zuvor zwar gut mitgehalten, aber wiederum Nerven gezeigt. Da müssen wir uns verbessern“, sagte TSV-Trainer Günther Hejny beim Pressegespräch gleich nach dem Spiel. „Ich kann’s zwar nicht mehr hören, aber solch eine Verletztenmisere habe ich in meiner Laufbahn als Spieler und Trainer nur ein einziges Mal erlebt. Wenn wir absteigen, war das dann höhere Gewalt. Wir werden uns aber nicht dem Schicksal ergeben, sondern trotzdem versuchen, jedes noch ausstehende Spiel zu gewinnen“, verspricht der Trainer und brach dann unter dem Beifall der Zuhörer eine Lanze für seine Akteure: „Die meisten Meiner Spieler sind zwischen 18 und 22 Jahre jung. Sie werden stetig besser, in ihnen steckt noch viel Potenzial, das noch lange nicht ausgeschöpft ist. Ich glaube, die Spieler haben so viel Charakter, dass sie auch im Falle eines Abstiegs zusammen bleiben, ich habe noch von niemandem gehört, dass er deshalb gehen will“, sagt Hejny. Angesprochen auf seine Zukunft beim TSV betont Hejny, dass auch er bleiben möchte. „An mir soll’s nicht liegen. Wenn das Umfeld und die Voraussetzungen stimmen, das heißt, wenn wir im Training genügend Spieler haben und zum Beispiel auch mit der A-Jugend vernünftig trainieren können, ist das für mich gar keine Frage. Wir werden auch in der Landesliga das Training nicht herunterfahren und streben dann den sofortigen Wiederaufstieg an, sagte der Coach und erntete dafür wiederum Beifall.
Vöhringens Kapitän Philipp Ostheimer hofft auf auch im nächsten Jahr auf weitere Derbys gegen Bad Saulgau. „Es ist immer ein besonderes Spiel und eine besondere Atmosphäre für uns in Bad Saulgau, das hätten wir gerne auch weiterhin. Wir hatten zum Glück kein Verletzungspech dieses Jahr und möchten uns in der Tabelle weiter vorarbeiten“, sagte Ostheimer.
Durch den Sieg Nürtingens gegen Ostfildern ist der TSV nun Tabellenletzter. Der Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz beträgt weiterhin sieben Punkte.
Am kommenden Samstag, den 18. Februar, wird der TSV alle Kräfte aufbieten und seine Nerven besser im ‚Griff haben müssen, wenn er um 18 Uhr in der Kronriedhalle die „Hexabanner“ aus Wolfschlugen zu Gast hat und punkten möchte.
Etwas besser als die „Erste“ machten es die D-Jugend-Jungs der Trainergespanns Krischan Hillenbrand / Gunder Michelberger, die den SC Lehr im Vorspiel der „Ersten“ mit 26:17 souverän besiegten und den zweiten Tabellenplatz der Bezirksliga verteidigten. Auch die TSV-Frauen gewannen das letzte Spiel des Abends gegen Lindenberg klar mit 32:22 und verbesserten sich auf nunmehr 14:12 Punkte.
TSV Bad Saulgau: Bakos, Utoft (beide im Tor), Heck (1), Luib (2), Matt (6/davon 1 Siebenmeter), Mett (1), Herrmann (4/1), Robotka (3), Engler (3), Frühbauer (1), Kottan (3), Zimmerer (1).